Dienstag, 15 Mai 2018 08:15

Vielzahl neuer Steuerregelungen ab 2018

Neues Jahr, neue Gesetze, neue Regelungen im Steuerrecht – davon bleiben Unternehmen und Privatpersonen auch mit dem Jahreswechsel von 2017 auf 2018 nicht verschont.

Wie bei fast jedem Jahreswechsel bringt auch das neue Jahr 2018 neue Gesetze, Vorschriften und Regeländerungen mit sich. Unternehmen müssen sich deshalb wieder auf einige Neuerungen bei Steuern und Abgaben einstellen, wobei sie in einigen Punkten profitieren und bares Geld sparen können.

 

Neuregelungen bei Steuererklärungen und Dokumentation

Für viel Aufsehen haben die geänderten Abgabefristen für Steuererklärungen des Geschäftsjahrs 2018 gesorgt. Dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Zeiten für das gerade abgelaufene Jahr 2017 weiter gleich bleiben: Die Steuererklärung für das Jahr 2017 muss wie immer bis zum 31. Mai 2018 dem Finanzamt vorliegen, vom Steuerberater erstellte Erklärungen haben bis zum Jahresende Zeit. Neu ist, dass es in diesem Jahr erstmals möglich ist, eine Steuererklärung ohne jeglichen Beleg einzureichen. Letztere müssen aber trotzdem für eine eventuelle Einsicht durch das Finanzamt im Rahmen der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist gesammelt werden.

In bargeldintensiven Betrieben ist es dem Finanzprüfer außerdem seit dem 1. Januar 2018 gestattet, bei der so genannten Kassen-Nachschau eine Prüfung der elektronischen Kasse durchzuführen. Dabei muss ihm die Aufzeichnung zur Kasse ausgehändigt werden, denn die neue Regelung soll Steuerhinterziehungen durch elektronische Kassen aufdecken. Experten raten, diese Prüfung nach Möglichkeit durch den eigenen Steuerberater begleiten zu lassen.

 

Steuerfreiheiten ausgeweitet

Für Unternehmen sehr zuträglich ist die neue Einstufung von sogenannten geringwertigen Wirtschaftsgütern (GWG): Dies sind Gegenstände für das Anlagevermögen, die bei ihrer Anschaffung netto nicht mehr als 800 Euro kosten. Die Anschaffungskosten können nun in voller Höhe als Betriebsausgabe abgezogen werden, wenn sie in der Buchhaltung im neuen Konto „GWG bis 800“ verbucht werden. Bislang lag die Kostengrenze bei 410 Euro.

Einsparmöglichkeiten gibt es auch bei Auslandsreisen. Ab diesem Jahr können Arbeitnehmer und Unternehmer in bestimmten Reiseländern Verpflegungspauschalen als Werbungskosten beziehungsweise Betriebsausgaben steuersparend abziehen. Diese Pauschalen kann der Arbeitgeber außerdem als steuerfreie Erstattungen verbuchen.

 

Rentenabgaben ändern sich

Die vielleicht größten Änderungen betreffen die Rentenbeiträge, denn komplett neu geregelt wird seit dem Jahreswechsel die betriebliche Altersvorsorge. Hier gibt es nicht nur neue Durchführungswege, auch können Arbeitnehmer deutlich höhere Beiträge steuerfrei in ihren Vertrag einzahlen. Riester-Sparer profitieren ebenfalls von neuen Regelungen.

Firmen werden insofern begünstigt, als dass Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, berufsständischen Versorgungseinrichtung, landwirtschaftlichen Alterskasse, Rürup-Rentenversicherung sowie zu einer Basis-Berufsunfähigkeitsversicherung ab 2018 in Höhe von 86 Prozent als Sonderausgaben abgezogen werden. Hier gibt es allerdings Höchstgrenzen, denn die Beiträge sind nur bis zu 23.808 Euro bei Ledigen und 47.616 Euro bei zusammenveranlagten Eheleuten zu 86 Prozent abziehbar, was sich damit auf maximal 20.474 Euro bzw. 40.948 Euro beläuft.

 

Neuerungen für Arbeitnehmer

Neben den Zuschlägen bei der Rente gibt es noch weitere Details für Arbeitnehmer zu beachten. So werden beide Ehepartner durch die Heirat nun direkt in Steuerklasse IV eingestuft, auch wenn nur einer der Ehegatten ein Gehalt bezieht. Dafür kann ein Wechsel jedweder Steuerklasse eines Ehegatten nun durchgeführt werden, ohne dass beide Partner den Antrag gemeinsam stellen müssen.

Zuletzt noch ein Kuriosum für Besitzer von Fondsanteilen: Für diese Wertanlagen entfällt nämlich nun der Bestandsschutz, wenn sie vor Einführung der Abgeltungssteuer 2009 erworben wurden. Die Depotbank muss deshalb rechtlich gesehen davon ausgehen, dass der Besitzer seine Altanteile zum 31. Dezember 2017 verkauft und am 1. Januar 2018 wieder gekauft hat – Besitzer von Fondsanteilen dürften deshalb verwirrende Post von ihrer Bank erhalten. Das Positive daran ist, dass Wertsteigerungen in der Zeit vor 2018 steuerfrei sind. Neue Wertzuwächse nach dem 1. Januar 2018 müssen allerdings versteuert werden, wenn sie beim Verkauf des Fonds den Freibetrag von 100.000 Euro übersteigen.


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